Menu Title
x
Menu

MEDIZINISCHE VERSORGUNG IM AUSLAND

Hast Du Arbeit im Ausland bekommen? Dann solltest Du Dich mit den wichtigsten Fragen der Gesundheitsversorgung außerhalb Polens vertraut machen.

 

Seit dem 1. Mai 2004 ist Polen Mitgliedstaat der Europäischen Union und wendet Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit an. Jeder Mitgliedstaat besitzt ein eigenes öffentliches Gesundheitsversorgungssystem, deswegen wurden gemeinsame Vorschriften eingeführt, die die Grundsätze der Erteilung von Gesundheitsleistungen für Personen, die auf der Grundlage der Gesetzgebung der Mitgliedstaaten dazu berechtigt sind, koordinieren. Diese Grundsätze bestimmen vor allem: die Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates (EG) 883/2004 vom 29. April 2004 und die Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates (EG) 987/2009 vom 16. September 2009. Diese Vorschriften gelten in 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union – Österreich, Belgien, Bulgarien, Zypern, Tschechen, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Spanien, Holland, Irland, Litauen, Luxemburg, Lettland, Malta, Deutschland, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden, Ungarn, Großbritannien, Italien.

Dank den Unionsvorschriften wird das Recht auf Inanspruchnahme aus medizinischer Sicht erforderlicher gesundheitlicher Versorgung in Hinsicht auf den Status eines Leistungsempfängers in Polen in der gesamten EU realisiert.

Ein Dokument, auf dessen Grundlage man während eines vorübergehenden Aufenthaltes in einem anderen Mitgliedstaat, aus medizinischer Sicht erforderliche gesundheitliche Versorgung in Anspruch nehmen kann, die von Ärzten, medizinischen Einrichtungen oder Krankenhäusern im Rahmen des öffentlichen Gesundheitsversorgungssystems geleistet wird, ist die Europäische Gesundheitsversicherungskarte oder die Bescheinigung als provisorischer Ersatz für die Europäische Gesundheitsversicherungskarte(weiter im Text wird die Abkürzung EHIC-Karte angewandt, auch in Bezug auf die Bescheinigung als provisorischer Ersatz für die europäische Gesundheitsversicherungskarte).

 

 

 Europäische Gesundheitsversicherungskarte

 

Zu welchem Zweck wird die Europäische Gesundheitsversicherungskarte (EHIC-Karte) ausgegeben?

Die EHIC-Karte wird ausgegeben, um das Recht der versicherten Person und ihren Familienmitgliedern auf gesundheitliche Sachleistungen, die sich aus medizinischer Sicht als erforderlich erweisen, im Hinblick auf den Charakter dieser Leistungen und die voraussichtliche Aufenthaltsdauer auf dem Gebiet eines anderen EU/EFTA-Mitgliedstaates.

Die EHIC-Karte ist eine Bestätigung dessen, dass ihr Besitzer zu gesundheitlichen Sachleistungen, die sich aus medizinischer Sicht als erforderlich erweisen und die während eines vorübergehenden Aufenthaltes in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat erbracht werden, berechtigt ist, damit der Besitzer der Karte nicht gezwungen ist, vor Ende des geplanten Aufenthaltes in den zuständigen bzw. in den Wohnstaat zurückzukehren, um sich der notwendigen medizinischen Behandlung zu unterziehen.

Zweck dieser Leistungen ist es, dem Versicherten zu ermöglichen, den Aufenthalt in einem anderen EU/EFTA-Staat fortzusetzen und zwar unter Bedingungen, die seine Gesundheit nicht gefährden.

 

Wozu berechtigt die EHIC-Karte?

Der Umfang der Berechtigungen, die auf der Grundlage der EHIC-Karte zustehen, ergibt sich aus dem Art. 19 Verordnung Nr. 883/2004. auf der Grundlage der o.g. Vorschrift, ist der Versicherte sowie seine Familienmitglieder, die sich in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat als ihr Wohnstaat aufhalten, zu gesundheitlichenSachleistungen berechtigt, die sich aus medizinischen Gründen während ihres Aufenthaltes, unter der Berücksichtigung des Charakters dieser Leistungen und der voraussichtlichen Aufenthaltszeit als erforderlich erweisen. Diese Leistungen werden im Namen der zuständigen Einrichtung durch die Einrichtung am Aufenthaltsort, nach der dort geltenden Gesetzgebung erbracht, so als wären die betroffenen Personen kraft dieser Gesetzgebung versichert.

Zusammenfassend berechtigt die EHIC-Karte zu gesundheitlichenSachleistungen, die während eines Aufenthaltes in einem anderen Staat erforderlich sind, unter der Berücksichtigung der Art dieser Leistungen und der voraussichtlichen Aufenthaltszeit. Darüber, welche Leistungen für die jeweilige Person nach den oben angeführten Kriterien erforderlich sind, entscheidet der Arzt im Aufenthaltsstaat.

Zu beachten ist, dass die EHIC-Karte keine Berechtigungen dafür liefert, wenn der Reisezweck eine ärztliche Behandlung ist, man kann also auf ihrer Grundlage keine geplanten Leistungen in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat in Anspruch nehmen.

 

Wie ist die territoriale Reichweite der EHIZ -Karte?

Seit dem 1. Mai 2004 ist Polen Mitgliedstaat der Europäischen Union und wendet Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit an. Jeder EU/EFTA-Mitgliedstaat besitzt ein eigenes Gesundheitsversorgungssystem, deswegen wurden gemeinsame Vorschriften eingeführt, die die Grundsätze der Erteilung von Gesundheitsleistungen an Personen, die auf der Grundlage der Gesetzgebung der EU/EFTA-Mitgliedstaaten dazu berechtigt sind, koordinieren. Diese Grundsätze bestimmen vor allem: die Verordnung 883/2004 und die Verordnung Nr. 987/2009.

Die Staaten, in welchen die Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gelten, kann man in zwei Kategorien aufteilen: EU und EFTA-Staaten.

Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gelten in 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union – Österreich, Belgien, Bulgarien, Zypern, Tschechen, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Spanien, Holland, Irland, Litauen, Luxemburg, Lettland, Malta, Deutschland, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Schweden, Ungarn, Großbritannien, Italien.

Die vorgenannten Vorschriften gelten ebenfalls auf französischen Gebieten: Guadalupa, Martinique, Reunion und Französisch Guayana; auf portugiesischen Gebieten: Azoren und Madeira; auf spanischen Gebieten: Mallorca, Menorca, Ibiza und auf den Kanarischen Inseln.

Die Unionsvorschriften gelten nicht für: Dänemark – auf dem Gebiet Grönlands und i Färöer-Inseln (Schafsinseln) und Großbritannien – na Normannischen Inseln (Kanalinseln): Jersey, Guernsey, Alderney, Herm, Sark und auf der Insel Man.

ACHTUNG! In den EFTA-Mitgliedstaaten, also in Island, Liechtenstein, Norwegen und in der Schweiz werden die Grundsätze der Erteilung der gesundheitlicher Versorgungsleistungen vor allem durch die: Verordnung des Rates (EWG) Nr. 1408/71 und die Verordnung des Rates (EWG) Nr. 574/72 bestimmt.

 

Was ist unter dem Begriff „Leistungen, die aus medizinischer Sicht während eines vorübergehenden Aufenthaltes auf dem Gebiet eines anderen EU/EFTA-Mitgliedstaates erforderlich sind” zu verstehen?

Gemäß den Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, insbesondere Art. 19 Abs. 1 und Art. 27 Abs. 1 der Verordnung Nr. 883/2004, Art. 25 Ziff. A Abs. 3 der Verordnung Nr. 987/2009 und dem Beschluss Nr. S3, hat ein Versicherter, der sich in einem anderen als dem Wohnmitgliedstaat vorübergehend aufhält, Anspruch auf die Sachleistungen, die sich während des Aufenthalts als medizinisch notwendig erweisen, wobei die Art der Leistungen und die Dauer des Aufenthalts zu berücksichtigen sind.

Unter dem Begriff erforderliche Leistungen ist also jede Leistung zu verstehen, hinsichtlich welcher der Arzt entscheidet, dass sie wegen des Gesundheitszustands des Patienten notwendig zu erbringen ist, damit er nicht in sein Heimatland zurückkehren muss, um ärztliche Versorgung in Anspruch zu nehmen.

Es existiert keine Auflistung der Leistungen, die aus medizinischer Sicht als erforderlich betrachtet werden könnten. Die Festlegung einer derartigen Auflistung ist nicht möglich, denn als eine medizinisch erforderliche Leistung kann jede Leistung betrachtet werden, wenn der Arzt feststellt, dass aus gesundheitlichen Gründen und angesichts der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer des Patienten auf dem Gebiet des jeweiligen EU/EFTA-Mitgliedstaates die Notwendigkeit auftritt, ihm gegenüber konkrete gesundheitliche Sachleistungen zu erbringen.

 

Deckt die EHIC-Karte die gesamten Behandlungskosten?

Für Personen, für die die Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gelten, gelten dieselben Pflichten und Rechte, die sich aus der Gesetzgebung des jeweiligen EU/EFTA-Mitgliedstaates für Bürger dieses Staates ergeben. Das bedeutet, dass die gesundheitlichen Sachleistungen nach den im jeweiligen EU/EFTA-Mitgliedstaat in der internen Gesetzgebung geltenden Grundsätzen erbracht werden. Unter den EU/EFTA-Mitgliedstaaten gibt es Länder mit Systemen unentgeltlicher Gesundheitsversorgung, Systeme, in welchen die Behandlungskosten vom Versicherten selbst getragen werden, der sich dann an die zuständige Einrichtung um die Rückerstattung der getragenen Kosten wendet sowie Systeme, die sog. Kostenbeteiligung vorsehen. Ein Versicherter also, der gesundheitliche Versorgung im Rahmen des Systems, in dem die Pflicht der Kostenbeteiligung an den Leistungen besteht in Anspruch nimmt, trägt diese Kosten genauso, wie diejenigen Personen, die in diesem EU/EFTA-Mitgliedstaat versichert sind.

In vielen EU/EFTA-Mitgliedstaaten wird der Krankentransport oder Leistungen im Bereich des Rettungswesens, insbesondere des Bergrettungsdienstes nicht finanziert. Deswegen sollte man sich vor der Reise in einen anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat über die grundlegenden Grundsätze der Funktionsweise des Gesundheitsversorgungssystems in diesem Staat informieren. Eine solche Information erhält man in jeder Woiwodschaftsabteilung des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ), (die Liste der Woiwodschaftsfilialen und die Kontaktangaben befinden sich im letzten Teil der Informationsbroschüre), sie ist auch auf der Homepage des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ): www.nfz.gov.pl abrufbar.

 

Was ist zu tun, wenn der Leistungsgeber eine Rechnung für die erbrachten Leistungen ausstellt, obwohl ihm die EHIC-Karte vorgelegt wurde?

Grundsätzlich sollte eine Person, die sich mit einer EHIC-Karte ausweist und bei der der Arzt der Meinung ist, dass die Erteilung gesundheitlicher Sachleistungen aus medizinischer Sicht begründet ist, nicht anders als eine im System des Aufenthaltsstaates versicherte Person behandelt werden. Das bedeutet, dass ein polnischer Patient, der sich vorübergehend auf dem Gebiet eines anderen im System EU/EFTA-Mitgliedstaates aufhält und die Erbringung erforderlicher Leistungen bedarf, keine andere Kosten tragen sollte, als solche, die eine in diesem Land versicherte Person für diese Leistung zu tragen hätte.

Wenn ein polnischer Versicherter, trotz Besitz der EHIC-Karte Kosten für die erbrachten gesundheitlichen Sachleistungen während des Aufenthaltes in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat getragen haben würde, hat er gemäß den Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit Anspruch, sich an die zuständige Einrichtung, also an die Woiwodschaftsfiliale des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) wegen Kostenerstattung zu wenden, wobei diese Erstattung nach Sätzen erfolgt, die von der Einrichtung des Aufenthaltsstaates, in dem die Leistungen erbracht wurden angewandt werden, sie umfasst also keine eventuellen Mitbeteiligungsbeträge.

 

Wird auf der Grundlage der EHIC-Karte der Transport des Patienten ins Krankenhaus und eventueller Transport nach Polen, darin auch der Transport einer im Ausland verstorbenen Person erstattet?

Die EHIC-Karte sichert keine Kosten des Krankenrücktransportsnach Polen durch den Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ). Trotzdem kann der Vorsitzende des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) oder der Direktor der Woiwodschaftsfiliale des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) gemäß Art. 25 Abs. 3 Ziff. 2 des Gesetzes über Leistungen, dem Antragsteller auf Antrag des befugten Subjekts eine Genehmigung auf die Deckung der Transportkosten an den Behandlungs- oder Wohnort in Polen mit dem billigsten Transportmittel, der im aktuellen Gesundheitszustand des Patienten zumutbar ist, erteilen, wenn die voraussichtlichen Behandlungskosten im Ausland höher sind, als die Transport- und Behandlungskosten in Polen.

Angesichts des Vorgenannten muss man wegen der Genehmigung für den Krankenrücktransport nach Polen einen Antrag an die zuständige Woiwodschaftsfiliale des Nationalen Gesundheitsfonds stellen. Der Antrag gilt nicht für den Transport verstorbener Personen.

 

Hat der Besitzer der EHIC-Karte Anspruch auf Leistungen in privaten Einrichtungen der Gesundheitsversorgung?

Auf der Grundlage der Vorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit haben die befugten Personen ausschließlich Anspruch auf Inanspruchnahme von gesundheitlichen Sachleistungen in diesem Staat, in den Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, die im Rahmen des öffentlichen Gesundheitsversorgungssystems funktionieren. Der Nationale Gesundheitsfonds übernimmt keine Kosten von Sachleistungen, die von privaten Leistungsgebern erbracht werden.

Der Anspruch auf Kostenerstattung für Leistungen, die von einem kommerziellen Leistungsgeber Leistungen erbracht wurden, steht ausschließlich im Falle Spaniens zu und nur dann, wenn die im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung erbrachte Leistung lebensrettenden Charakter hatte. In einem solchen Falle hat es keine Bedeutung, ob die Leistung von einem öffentlichen oder nicht öffentlichen Leistungsgeber erbracht wurde.

 

Was ist im Falle der Beschädigung der EHIC-Karte zu tun?

Wenn eine noch gültige EHIC-Karte beschädigt wird, kann sich der Besitzer der Karte an den Nationalen Gesundheitsfonds mit dem Antrag wenden, eine neue Karte auszustellen. Der Antragsteller muss eine schriftliche Erklärung abgeben, dass die Karte beschädigt wurde und, wenn es möglich ist, auch die beschädigte oder zerstörte Karte abgeben, da ihre Gültigkeit Mitarbeiter des Woiwodschaftsfiliale des Nationalen Gesundheitsfonds gekürzt wird. Wenn der Antragsteller immer noch zum Erhalten des Dokuments befugt ist, wird für ihn eine neue EHIC-Karte für eine Frist ausgestellt, die vom besessenen Anspruch abhängt.

 

Warum können die EHIC-Karten nicht mit einer Standardgültigkeitsdauer – für alle befugten Personen, z.B. für ein Jahr ausgestellt werden?

Gemäß dem Beschluss Nr. S1 wird die Gültigkeitsdauer der ausgestellten EHIC-Karten von den Einrichtungen der jeweiligen EU/EFTA-Mitgliedstaaten festgelegt, wobei diese Frist die voraussichtliche Dauer der Berechtigung des Versicherten berücksichtigen sollte.

 

Was ist bei Diebstahl / Verlust der EHIC-Karte zu tun?

Bei Diebstahl bzw. Verlustder EHIC-Karte ist die Woiwodschaftsfiliale des Nationalen Gesundheitsfonds darüber zu informieren. Der Leistungsempfänger kann die Ausstellung einer neuen Karte EHIC-Karte beantragen. Wenn der Leistungsempfänger die Ausstellung einer neuen EHIC-Karte während der Geltungsdauer der vorherigen EHIC-Karte beantragt, muss er eine schriftliche Erklärung über den Diebstahl bzw. Verlustder vorherigen Karteabgeben.

Wenn die EHIC-Karte hingegen während des Auslandsaufenthaltes entwendet oder verloren wurde und wenn es im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat notwendig ist, ein Dokument vorzulegen, dass den Versichertenstatus belegt, kann sich die jeweilige Person selbst, ein befugtes Mitglied ihrer Familie oder der Leistungsgeber an die zuständige Woiwodschaftsfiliale des Nationalen Gesundheitsfonds mit dem Antrag auf die Ausstellung der Bescheinigung als provisorischer Ersatz für die europäische Gesundheitsversicherungskarte wenden. Die Entscheidung über die Ausstellung des provisorischen Ersatzes oder eine Absage seiner Ausstellung fällt innerhalb von 3 Werktagen nach dem telefonischen Antrag oder nach dem Eingang des Antrags per Post oder Fax im Nationalen Gesundheitsfonds NFZ. Wenn es jedoch keine Möglichkeit gibt, die Befugnis auf den Erhalt des oben genannten Dokuments eindeutig festzustellen, kann sich diese Frist verlängern.

 

Wie sind die Grundsätze für die Kostenerstattung an versicherte / befugte Personen, wenn sie die Leistungen in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat ohne eine gültige EHIC-Karte in Anspruch nehmen?

Versicherte oder befugte Personen, die die Kosten der im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung erbrachten Leistungen selbst getragen haben, können sich nach vorheriger Bezahlung der ihnen ausgestellten Rechnungen an den Nationalen Gesundheitsfonds mit einem Antrag auf Kostenerstattung der ihnen gewährten Behandlung wenden. Die Prozedur der Erstattung der getragenen Kosten bedarf der Vereinbarung des Erstattungsbetrags mit dem Staat, in dem die Person die Leistungen in Anspruch genommen hat. Deswegen stellt die zuständige Einrichtung an die Einrichtung am Aufenthaltsort die Frage, welchen Teil der Kosten die jeweilige Person nicht tragen müsste, wenn sie das entsprechende Dokument vorgelegt hätte. Auf der Grundlage der Rückinformation werden die getragenen Kosten an den Versicherten in der von der Einrichtung am Aufenthaltsort genannten Höhe erstattet.

Am häufigsten geschieht es, wenn der Befugte kein entsprechendes Dokument, insbesondere keine EHIC-Karte bei der Inanspruchnahme von Leistungen in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat vorgelegt hat. Deswegen sollte man sich vor der Abreise die Karte ausstellen lassen. Dies minimiert die Wahrscheinlichkeit der eventuellen Belastung mit den Behandlungskosten.

 

Wie sind die Konsequenzen der unbefugten Nutzung der EHIC-Karte?

Die EHIC-Karte bestätigt den Anspruch der Inanspruchnahme erforderlicher gesundheitlicher Versorgung während des Aufenthaltes auf dem Gebiet eines anderen EU/EFTA-Mitgliedstaates auf Kosten des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ), außer der sog. Eigenkosten des Patienten, wenn sie in der Gesetzgebung des Aufenthaltsstaates vorgesehen sind. Gemäß den Unionsvorschriften zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, kann die EHIC-Karte ausschließlich für Personen ausgestellt werden, die Anspruch auf gesundheitliche Sachleistungen gemäß der Gesetzgebung eines des EU/EFTA-Staates hat. Die Gültigkeit dieses Dokuments erlischt immer im Moment des Verlusts dieses Anspruchs.

In Bezug auf Polen bedeutet es, dass die EHIC-Karte für Personen ausgestellt werden kann, die beim Nationalen Gesundheitsfonds versichert sind oder kraft der polnischen Gesetzgebung Anspruch auf Leistungen besitzen. Sie behält ihre Gültigkeit bis zu dem Augenblick, der darin als Ablaufdatum der Karte genannt ist, es sei, dass die jeweilige Person während ihrer Geltungsdauer den Status der versicherten Person im Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) oder den Status einer Person, die Anspruch auf Leistungen hat, verloren hat. In einer solchen Situation verliert die EHIC-Karte ihre Gültigkeit an demselben Tag, an dem diese Person den Status der beim Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) versicherten Person und den Anspruch auf Leistungen verloren hat, die sich aus den geltenden Vorschriften ergeben.

Insbesondere ist darauf zu achten, dass man ab dem Moment der Aufnahme einer Arbeit oder eines Gewerbes in einem anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat keiner Krankenversicherung in Polen mehr unterliegt, auch dann, wenn der Arbeitgeber sich nicht pflichtgemäß von der Krankenversicherung beim Nationalen Gesundheitsfonds abgemeldet hat.

Warum wird die EHIC-Karte nicht immer in anderen Ländern honoriert, insbesondere in Deutschland?

Die EHIC-Karte ist ein allgemein geltendes Dokument in Staaten, die das Koordinierungssystem umfasst, sie enthält Standardangaben und ihre Parameter sind im Beschluss Nr. S2 genannt. Die von den jeweiligen Staaten ausgestellten Karten können sich geringfügig voneinander unterscheiden, z.B. durch Mikroprozessoren, was für Karten charakteristisch ist, die von der deutschen Einrichtung ausgestellt werden. Das Fehlen eines Mikroprozessors zeugt nicht dafür, dass die Karte ungültig ist, es weist lediglich darauf hin, dass die in der Karte enthaltenen Angaben auch in elektronischer Form darauf gespeichert sind.

Sämtliche Fehler resultieren vermutlich aus ungenügendem Wissen seitens der ausländischen Leistungsgeber. Wenn ein Leistungsgeber die vom Nationalen Gesundheitsfonds ausgestellte EHIC-Karte infrage stellt, sollte man die Versicherungseinrichtung am Aufenthaltsort kontaktieren, z.B. die Krankenkasse oder sich an eine vermittelnde Einrichtung im jeweiligen Mitgliedstaat mit der Bitte wenden, dass sie beim betreffenden Leistungsgeber interveniert.

 

Sollte eine Person, die im Besitz einer EHIC-Karte ist vor der Reise in einen anderen EU/EFTA-Staat eine Zusatzversicherung abschließen?

Der Besitz einer privaten Versicherungspolice im Zusammenhang mit einer Reise in einen anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat hängt von der Entscheidung des Reisenden ab. Die EHIC-Karte berechtigt dazu, in einem anderen Mitgliedstaat Leistungen in Anspruch zu nehmen, die aus medizinischer Sicht erforderlich sind. Zu bedenken ist jedoch, dass die Versicherungssysteme der einzelnen EU/EFTA-Mitgliedstaaten nicht einheitlich sind und andere Lösungen sowohl im Bereich des Zugriffs auf gesundheitliche Sachleistungen als auch in der Bezahlung dafür vorsehen. In einigen EU/EFTA-Mitgliedstaaten sehen die Gesundheitsversorgungssysteme eine teilweise Kostenbeteiligung an den erbrachten Leistungen vor. Einige Leistungen, wie z.B. Krankentransport oder Bergrettungsdienst sind voll entgeltlich. Zu bedenken ist dabei, dass wir bei der Inanspruchnahme von Sachleistungen im Ausland, genauso behandelt werden, wie die im Aufenthaltsstaat versicherten Personen. Wenn also die versicherte Person in diesem Staat die Kostenbeteiligung an den jeweiligen Leistungen trägt, dann sind wir, wenn wir diese Leistungen in Anspruch nehmen, auch verpflichtet, die Leistung entsprechend zu bezahlen, wobei diese Gebühr nicht vom Nationalen Gesundheitsfonds erstattet wird.

Daher ist es empfehlenswert, sich vor einer Reise in einen anderen EU/EFTA-Mitgliedstaat über Grundsätze der gesundheitlichen Versorgung kundig zu machen, die in dem Staat gelten, in welchen man die Absicht zu reisen hat. Wenn die Gesetzgebung dieses Staates zusätzliche Gebühren für gesundheitliche Sachleistungen vorsieht, lohnt es sich, einen Vertrag mit einem kommerziellen Versicherer abzuschließen, insbesondere hinsichtlich der Kosten, die nicht vom Nationalen Gesundheitsfonds finanziert werden.

Eine beim Nationalen Gesundheitsfonds versicherte Person, die im Zusammenhang mit ihrer Auslandsreise, neben der EHIC-Karte auch über eine gekaufte Versicherungspolice verfügt, sollte selbständig entscheiden, welches Dokument sie vorlegt, wenn sie gesundheitliche Versorgungsleistungen in einem anderen UE/ EFTA-Mitgliedstaat in Anspruch nehmen muss.

 

Welche Grundsätze gelten bei der Ausgabe der EHIC-Karte für dienstlich Reisende / Delegierte?

Eine Person, die Erwerbstätigkeit in einem UE/ EFTA-Mitgliedstaat im Namen eines Arbeitgebers ausführt, der dort normal sein Gewerbe betreibt und die von diesem Arbeitgeber do in einen anderen UE/ EFTA-Mitgliedstaat entsandt wird, um Arbeit im Namen dieses Arbeitgebers auszuüben, unterliegt weiterhin der Gesetzgebung des ersten Mitgliedstaates, unter der Bedingung, dass die voraussichtliche Dauer dieser Arbeit keine 24 Monate überschreitet und dass diese Person nicht entsandt wurde, um eine andere Person zu vertreten.

Die EHIC-Karte für entsandte Arbeitnehmer wird für dieselbe Frist ausgestellt, die im Dokument A1 oder in den Formularen E101 bzw.E102 enthalten ist.

Wenn der Antrag auf die Ausstellung der EHIC-Karte für einen entsandten Arbeitnehmer vom Arbeitgeber gestellt wird, dann muss er neben dem Antrag auf die Ausstellung Karte und der von der Sozialversicherungsanstalt ZUS ausgestellten Unterlagen eine namentliche Berechtigung auf die Antragstellung und zum Empfang der Karte im Namen des Arbeitnehmers vorlegen.

 

Kann man die EHIC-Karte während der im Ausland ausgeführten Erwerbstätigkeitnutzen?

Die Europäische Gesundheitsversicherungskarte (Auslandskrankenschein), die vom Nationalen Gesundheitsfonds ausgestellt wurde, können ausschließlich Personen benutzen, die trotz der Ausübung der Erwerbstätigkeit auf dem Gebiet eines anderen UE/ EFTA-Mitgliedstaates im Bereich der Sozialversicherung der polnischen Gesetzgebung unterliegen, z.B. entsandte Arbeitnehmer.

Angesichts dessen handeln Personen, die in einem anderen UE/ EFTA-Mitgliedstaat arbeiten und nach den Vorschriften im Bereich der Sozialversicherung der Zuständigkeit dieses Staates unterliegen und die vom Nationalen Gesundheitsfonds ausgestellte EHIC-Karte benutzen, rechtswidrig und werden verpflichtet, die vom Nationalen Gesundheitsfonds finanzierten Kosten der gesundheitlichen Sachleistungen zurückzuerstatten.

 

 

Erarbeitet auf der Grundlage der Informationsbroschüre des Nationalen Gesundheitsfonds „100 Fragen zur EHIC-Karte”. Komplette Informationen über die Prinzipien der Nutzung der EHIC-Karte sind auf der Homepage des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) www.nfz.gov.pl zu finden.